Kommunale Energieplanung in Füllinsdorf
Mit dem revidierten Energiegesetz des Kantons Basel-Landschaft sind Gemeinden mit einem Gasverteilnetz verpflichtet, eine kommunale Energieplanung zu erstellen. Die Gemeinde Füllinsdorf nimmt diese Pflicht zum Anlass, die bereits laufenden Bemühungen für eine nachhaltige Energieversorgung zu bündeln und koordiniert weiterzuentwickeln. Entsprechend hat die Gemeinde die ENCO Energie-Consulting AG aus Basel mit der Erarbeitung einer Energieplanung beauftragt.
Ziel der Energieplanung ist es, die Wärmeversorgung schrittweise auf erneuerbare Energien umzustellen – und damit unabhängiger von fossilen Energieträgern und deren Preisschwankungen zu werden. Heute stammen noch rund drei Viertel der in Füllinsdorf verbrauchten Wärme aus fossilen Quellen wie Erdgas und Heizöl. Der Handlungsbedarf ist entsprechend gross.
Ein zentrales Thema ist dabei der mögliche Ausbau der Fernwärme: Im unteren Dorfteil soll die Erschliessung weiterer Strassenzüge sowie des Gebiets Ebene geprüft werden. Auch im oberen Dorfteil soll abschliessend geklärt werden, inwiefern eine Erschliessung wirtschaftlich sinnvoll ist oder ob individuelle Lösungen wie Wärmepumpen oder allenfalls kleinere, privat realisierte Mikro- und Nano-Wärmeverbünde im Vordergrund stehen.
Bei den Abklärungen zur Fernwärme werden auch das Abwärmepotenzial der ARA Ergolz als mögliche Wärmequelle sowie die Auswirkungen der geplanten «EBL Wärmeschiene Ergolz» – die eine physische Verbindung der Fernwärmenetze von Pratteln bis Liestal vorsieht – in die Überlegungen einbezogen. Die Energieplanung legt zudem die Grundlagen für eine spätere Planung des schrittweisen Rückzugs des Gasnetzes durch die IWB.
Im Bereich Elektrizität wird gemeinsam mit der EBL der Bedarf für die Stromnetzertüchtigung eruiert – angesichts der zu erwartenden Zunahme von Wärmepumpen, E-Mobilität-Ladestationen und PV-Anlagen soll sichergestellt werden, dass bei künftigen Anschlussgesuchen keine Engpässe entstehen. Dabei werden auch die Themen Stromverbrauchsgemeinschaften und Förderung von E-Mobilität-Ladestationen aufgegriffen.
Die Arbeiten starten im Sommer 2026 und sollen bis Frühjahr 2027 abgeschlossen sein. Im Rahmen einer Begleitgruppe werden der Gemeinderat, die Bauverwaltung und die Umwelt- und Energiekommission einbezogen. Die Ergebnisse werden der Bevölkerung an einer öffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt.
Fragen und Anregungen können an den Bauverwalter Christoph Leupi gerichtet werden: bauverwaltung@fuellinsdorf.ch